Deutscher Fußball-Verband der DDR (DFV)

   


Deutscher Fußball-Verband

Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Dezember 1945 vom Alliierten Kontrollrat der Siegermächte festgelegt, dass alle deutschen Sportvereine aufzulösen sind. Sport auf kommunaler Ebene wurde erlaubt, war aber genehmigungspflichtig.

Der Fußball im Osten Deutschlands war dann bis 1950 Ländersache. In Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erfolgte der Punktspielbetrieb der Vereine nur innerhalb der Länder. In den Jahren 1948 und 1949 spielten dann die besten Mannschaften der Länder den „Ostzonenmeister“ aus.
Mannschaften aus Berlin durften wegen des Vier-Mächte-Status der Stadt nicht teilnehmen.

Nach Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde dann ab 1950 der DDR-Meister ermittelt. Einbezogen wurden nun auch die Ostberliner Vereine.

Da Fußball einen hohen Stellenwert bei der Bevölkerung hatte, wurde versucht hier mit Erfolgen aufzuwarten. Jedoch wurden Anfang der 50er Jahre in der DDR zwei grundlegende Veränderungen vorgenommen, die eine kontinuierliche Entwicklung des Fußballs nicht ermöglichten.

Am 3. Juli 1950 konstituierte sich in der DDR unter dem Dach des Deutschen Sportausschusses der „Fachausschuss Fußball“. Erster Vorsitzender wurde Fritz Gödicke. Im Dezember 1950 wurde der FA in „Sektion Fußball“ umbenannt. 

1952 erfolgte die Aufnahme in den Fußball-Weltverband (FIFA).

Am 15. Juni 1954 gehörte die Sektion Fußball in Basel zu den 29 Gründern der UEFA. Schließlich wurde in Ost-Berlin am 17. und 18. Mai 1958 der Deutsche Fußball-Verband (DFV) gegründet. Zum ersten Präsidenten wurde Kurt Stoph gewählt.

Als größte Erfolge des DFV gelten die Teilnahme der Auswahlmannschaft der DDR an der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 mit dem 1:0-Sieg im Spiel gegen die DFB-Auswahl (dies war das einzige Spiel gegeneinander in der Geschichte beider deutscher Auswahlmannschaften), der Gewinn der Olympischen Goldmedaille 1976 in Montréal sowie der Sieg des 1. FC Magdeburg im Europapokal der Pokalsieger 1974. Die U-21-Auswahl wurde 1978 und 1980 Vize-Europameister. Die Juniorenauswahlmannschaft U-19
wurde 1986 Europameister in Jugoslawien und die U20 wurde 1987 WM-Dritter in Chile.

Die Juniorenauswahlmannschaft U-19 wurde 1988 EM-Dritter und die U-20 nahm 1989 am WM-Turnier in Saudi-Arabien teil.
Höchste Spielklasse im Bereich des DFV war die Oberliga. Als landesweiter Pokalwettbewerb wurde der FDGB-Pokal ausgespielt.

Die Ewige Tabelle der DDR-Oberliga führt der FC Carl Zeiss Jena an, noch vor dem DDR-Dauermeister BFC Dynamo.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde auf einem Außerordentlichen Verbandstag am 20. November 1990 in Leipzig die Auflösung beschlossen.

Zu diesem Zeitpunkt waren unter dem Dach des DFV in 4.412 Vereinen mit 17.000 Mannschaften 390.000 Mitglieder organisiert. Sie fanden Aufnahme im Deutschen Fußball-Bund und dem neu gegründeten Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) im Nordosten Deutschlands.